Sonnenschutz

Zuletzt aktualisiert: 17.09.2021 | Autor: Henriette Bunde

Die Sonne strahlt neben wohltuender Wärme und Helligkeit auch krebserregende ultraviolette (abgekürzt: UV) Strahlung ab. UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs, frühzeitiger Hautalterung und bestimmter Augenerkrankungen. Sie dringt in Hautzellen ein und greift dort ihr Erbgut (DNA) an.

Zwar hat der Körper einen eigenen Reparaturservice für Hautzellen, die durch UV-Strahlung Schaden genommen haben. Doch bei zu viel UV-Strahlung überlastet der Körper und es bleiben geschädigte Zellen in der Haut zurück und zwar für lange Zeit. Je mehr Hautstammzellen auf diese Weise im Laufe des Lebens Schaden nehmen, desto größer ist die Gefahr, dass aus ihnen einmal Hautkrebs entsteht.

Deshalb ist Sonnenschutz so wichtig - und zwar von Kindheitstagen an! Guter Sonnenschutz heißt aber nicht, komplett auf die Sonne zu verzichten – das wäre fatal. Vielmehr geht es darum, einen bewussten Umgang mit der UV-Strahlung der Sonne zu entwickeln.

Für angemessenes UV-Schutz-Verhalten braucht es nur ein paar kleine Kniffe. Diese im Alltag konsequent umzusetzen und das eigene Verhalten daraufhin prüfen ist das, worauf es ankommt. Eine Kernbotschaft dabei ist: Sonnenbrand und Hautrötungen in jedem Fall vermeiden!

Generell gelten beim Sonnenschutz drei Regeln in folgender Reihenfolge:

  • Starke Sonne meiden
  • Auf sonnengerechte Kleidung achten
  • Sonnenschutzmittel als Ergänzung nutzen
  • Ausführliche praktische Tipps zum Sonnenschutz

    1. Die eigene Gewohnheiten hinterfragen und anpassen
    Unsere Gewohnheiten beeinflussen das Verhalten in der Sonne. Für viele Menschen sind lange Sonnenbäder und sogar Sonnenbrände völlig normal. Für den Körper ist es der reinste Stress. Damit hängt auch zusammen, dass gebräunte Haut für viele als Zeichen für Gesundheit, Erholung und Vitalität gilt und deshalb als attraktiv empfunden wird. Dabei handelt es sich aus medizinischer Sicht schlichtweg um eine Stress- und Schutzreaktion der Haut. Am gesündesten ist jeder und jede mit der natürlichen Hauttönung.

    Viele Menschen bekommen einen Sonnenbrand, weil sie Sonnenschutz bei einigen Gelegenheiten unnötig finden, z. B. auf Balkon oder Terrasse, im Garten, Café um die Ecke, beim Mittagsspaziergang, beim Treffen mit Freunden zum Grillen oder bei Spiel und Sport im Freien. Schulen Sie Ihren Blick dafür bzw. achten Sie darauf, wie lange Sie sich täglich ungeschützt der Sonne aussetzen.

    2. Intensive Sonne und Mittagssonne meiden
    Je intensiver die UV-Strahlung, desto schneller können bleibende Erbgutschäden in Hautstammzellen entstehen, wodurch sich das Hautkrebs-Risiko erhöht. In der Mittagszeit ist die UV-Strahlung der Sonne am intensivsten. Deshalb gilt: Meiden Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr! Dazu kann es notwendig sein, seinen Tag entsprechend zu planen: Zum Beispiel kann das Picknick im Park auf den Nachmittag gelegt und die Morgenstunden für die Joggingrunde genutzt werden.

    Die Experten der Strahlenschutzkommission (SSK) halten die Vermeidung intensiver UV-Strahlung für die wichtigste Schutzmaßnahme. Der UV-Index weiß, wie stark die Sonne scheint.

    Die Intensität der UV-Strahlung hängt von mehreren Faktoren ab:

    • Tageszeit
    • Jahreszeit
    • Wetterlage (Wolkendicke und –bedeckungsgrad)
    • Höhenlage (Meeresspiegel, Gebirge)
    • Reflexion durch den Untergrund (Erde, Sand, Schnee, Wasser)
    • Nähe zum Äquator (Urlaubsländer)

    Achtung: Bei bewölktem Himmel kann die Intensität der Sonne unterschätzt werden. Bei der Beurteilung der möglichen UV-Strahlenexposition hilft der sogenannte UV-Index. Er wird durch Messungen und Berechnungen ermittelt und vom Wetterdienst und anderen Institutionen in den Medien (Internet, Zeitung, Fernsehen, oder auch Wetterapps) veröffentlicht. In Abhängigkeit von der Höhe des UV-Index werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschiedene Sonnenschutzmaßnahmen empfohlen.

    Orientieren Sie sich unbedingt am UV Index und ergreifen je nach Höhe geeignete Schutzmaßnahmen vor der Sonne!

    Praktischer Tipp: Nutzen Sie am Apps, die den UV-Index anzeigen (z.B. UVLens - UV Index Voraussage).

    © Deutscher Ärzteverlag


    3. Schatten suchen
    Halten Sie sich möglichst im Schatten auf, vor allem in der Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Bedenken Sie, dass nicht jede Art von Schatten die UV-Bestrahlungsstärke in gleichem Umfang reduziert. UV-Strahlung kommt nicht nur direkt aus Richtung der Sonne, sondern auch indirekt aus der Umgebung, da sie durch Wasser, glatte Oberflächen und Luft reflektiert und gestreut wird (Diffusstrahlung). Dadurch sind Sie also auch unter Sonnenschirmen, Bäumen oder Markisen noch einem Teil der UV-Strahlung ausgesetzt.

    4. Die Haut langsam an die Sonne gewöhnen
    Grundsätzlich gilt es, die Haut immer langsam an die Sonne zu gewöhnen. Das ist besonders bei zunehmender Sonnenstrahlung im Frühjahr oder im Urlaub bei erhöhter UV-Exposition wichtig. Die Gewöhnung kann durch wiederholte kurze Aufenthalte in der Sonne erfolgen, die so kurz sind, dass keine Hautrötung auftritt.

    5. Die Sonnenterrassen beachten
    Beachten Sie, dass einige Körperstellen besonderen Schutz brauchen. Diese sogenannten Sonnenterrassen bieten die größte Angriffsfläche, wenn man sich im Freien aufhält. Sie sind der Sonne oft permanent ausgesetzt. Dazu gehören die unbehaarte Kopfhaut (oder Scheitel), der Nasenrücken, die empfindlichen Augenpartien, Wangen, Ohren, Lippen, Schultern, Rücken, Dekolleté sowie Fußrücken. Halten Sie diese Bereiche möglichst durch Kleidung bedeckt oder verwenden Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.

    6. Schützende Kleidung tragen
    Wenn Sie sich in der Sonne aufhalten, heißt es: Nicht aus-, sondern anziehen! Die Kleidung absorbiert UV-Strahlung und schützt so die Haut. Als Schutzmaßnahme ist Kleidung der Sonnencreme vorzuziehen. Eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe bietet Schatten für Augen, Ohren, Gesicht und Nacken. Die Kleidung sollte möglichst langärmelig und dichtgewebt sein und locker sitzen. So bietet sie den besten Schutz. Im Handel gibt es spezielle UV-Schutz-Kleidung, die aus einem angenehmen, atmungsaktiven und schnell trocknendem Material hergestellt wird.

    7. Sonnenbrille tragen
    Neben dem Schutz der Haut ist der Schutz der Augen vor Sonnenstrahlung von großer Bedeutung. UV-Strahlung kann auch am und im Auge akute und chronische Schädigungen hervorrufen. Sonnenbrillen mit 100 % UV-Schutz reduzieren die Gefahr von Augenschäden. Zudem sollten Sie nie direkt in die am Himmel stehende Sonne blicken, auch nicht mit Sonnenbrille.

    8. Sonnencreme benutzen
    Sonnenschutzmittel werden als ergänzende Schutzmaßnahme von Experten empfohlen. Das bedeutet, dass Sonnencreme und Co. vor allem genutzt werden sollten, um die Hautstellen zu schützen, die von Kleidung nicht bedeckt sind bzw. bedeckt werden können.

    Sonnenschutzmittel enthalten Filtersubstanzen. Um die Haut vor UV-Strahlung zu schützen, gibt es zwei verschiedene Arten von UV-Filtern. Sie lassen die UV-Strahlung der Sonne nicht bis zur Haut durch. Dabei ist zwischen organisch-chemischen und mineralischen UV-Filtern zu unterscheiden.

    Organisch-chemische Filter bestehen aus synthetischen Stoffen und wandeln die UV-Strahlen auf der Haut in Wärme um. Die meisten Sonnencremes, die man in der Drogerie oder im Supermarkt findet, enthalten chemische Filter. Einige chemische UV-Filter stehen allerdings im Verdacht, Allergien auszulösen oder in den Hormonhaushalt einzugreifen. Sonnencremes mit chemischen Filtern sollten 20-30 Minuten aufgetragen werden, bevor Sie in die Sonne gehen.

  • Exkurs: Umstrittene Chemische Sonnenschutzfilter

    Das Molekül Benzophenon ist in Sonnencreme enthalten, da es die Haut vor UV-Strahlung schützt. Dieser Stoff ist allerdings umstritten. Benzophenon hat viele nützliche Eigenschaften – aber auch Nachteile.

    Mineralische Sonnencremes enthalten Partikel (mineralische Weißpigmente), die das Sonnenlicht wie winzige Spiegel reflektieren. Mineralische Filter sind kleine Partikel aus Zink oder Titanium Dioxide. Manchmal werden diese auch als physikalische Filter bezeichnet. Diese Art von Sonnencremes sind oft Naturkosmetik-Produkte. Sie bilden oft eine weiße Schicht/ einen weißen Schleier und lassen sich meist schlecht verreiben und abwaschen. Allerdings sind sie gut verträglich und wirken sofort.

    Oftmals enthalten Sonnenschutzmittel sowohl chemische als auch mineralische UV-Filter. Welche Art von Sonnencreme Sie bevorzugen bleibt letztlich eine Frage der persönlichen Vorliebe. Wichtig ist - egal ob mineralisch oder chemische Filter - dass Sie eine Sonnencreme zum Schutz Ihrer Haut benutzen!

    Wie intensiv eine Sonnencreme vor der Sonne schützt, zeigt der Lichtschutzfaktor (LSF) an.

    Es sind einige Dinge bei der Anwendung von Sonnenschutzmitteln zu beachten:

    • Wählen Sie einen geeigneten Lichtschutzfaktor (LSF, oft auch SPF) aus, vor allem bei heller Haut sollte ein LSF von 30 (oder höher) verwendet werden.
    • Richtiges Auftragen ist wichtig! Tragen Sie eine ordentlich dicke Schicht gleichmäßig auf Ihre Haut auf. Experten empfehlen ungefähr 30 bis 40 ml für die gesamte Haut, das entspricht ungefähr der Menge eines Golfballs. Viel hilft viel! Nur so wird der angegebene Lichtschutzfaktor erreicht. Werden Teile des Körpers durch Textilien geschützt verringert sich die Menge entsprechend.
    • Achten Sie auf gleichmäßiges auftragen und vergessen Sie Hautpartien wie die Ohren, Mund oder Augenlider nicht.
    • Tragen Sie das Sonnenschutzmittel auf, bevor Sie in die Sonne gehen (circa 20 bis 30 Minuten bei chemischen Filtern, mineralische Filter wirken sofort).
    • Alle 2 Stunden wird ein Nachcremen empfohlen, um den Sonnenschutz aufrecht zu erhalten. Die Schutzzeit wird hierdurch jedoch nicht verlängert.
    • Schweiß, Sand oder Wasser begünstigen den Abrieb der Sonnencreme, sodass sich die Schutzzeit deutlich verkürzt. Daher sollten Sie regelmäßig nachcremen.

    Achtung: Vermeiden Sie, die zarte Haut Ihres Kindes im ersten Lebensjahr unnötig mit Sonnenschutzmitteln zu belasten. Säuglinge und Kleinkinder gehören nicht in die direkte Sonne. Suchen Sie Schatten und ziehen Sie Ihre Kinder sonnengerecht an. Mehr zum Thema Sonnenschutz für Kinder lesen Sie hier.

  • Risikofaktor Solarium

    In Solarien wird künstliche UV-Strahlung eingesetzt und das in hoher Konzentration. Zwar unterscheidet sie sich von der Zusammensetzung her etwas von der (natürlichen) UV-Strahlung der Sonne. Studien zeigen jedoch, dass die Solariennutzung insbesondere vor dem Alter von 35 Jahren das Hautkrebs-Risiko erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Gesundheitsinstitutionen empfehlen Solarien nicht zu nutzen!

  • Welcher Lichtschutzfaktor passt zu mir?

    Jeder Hauttyp hat eine sogenannte Eigenschutzzeit. Diese Zeit gibt an, wie lange Sie sich in der Sonne ohne Gefahr aufhalten können und keinen Sonnenbrand bekommen.

    Die Eigenschutzzeit beträgt für die verschiedenen Hauttypen:

    • Hauttyp 1 (nordischer Typ): 3 – 10 Minuten
    • Hauttyp 2 (keltischer Typ): 10 – 20 Minuten
    • Hauttyp 3 (mittlerer Typ): 20 – 30 Minuten
    • Hauttyp 4 (mediterraner Typ): 45 – 60 Minuten
    • Hauttyp 5 (dunkler Typ): 60 – 90 Minuten
    • Hauttyp 6 (schwarzer Typ): Über 90 Minuten
      Abbildung Stadieneinteilung nach Fitzpatrick

    Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme (LSF, oft auch Sonnenschutzfaktor oder SPF) gibt an, wie viel länger Sie sich in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie nach dem Auftragen einer Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 30, 30 mal länger in der Sonne aufhalten können.

    Wenn Sie Ihre persönliche Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor der Sonnencreme multiplizieren, erhalten Sie die Zeit, die Sie sich in der Sonne gefahrlos aufhalten können.

    Beispiel: Eine Person mit Hauttyp 2 mit einer Eigenschutzzeit von 10 bis 20 Minuten, die eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 benutzt, kann sich also ungefähr 5 bis 10 Stunden in der Sonne aufhalten.

    Je höher der LSF, desto höher ist auch der Sonnenschutz. Bitte beachten Sie: Der Schutz muss nach dem Schwitzen oder Baden erneut aufgetragen werden. Außerdem erhöht mehrmaliges Auftragen nicht die Schutzzeit.

    Sonnencreme sollte nicht mit dem Ziel genutzt werden, sich extra lange in der Sonne aufzuhalten. Die Meidung intensiver Sonne und das Tragen von Kleidung stehen beim Sonnenschutz im Vordergrund.

UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs, frühzeitiger Hautalterung und bestimmter Augenerkrankungen.
UV-Strahlung dringt in Hautzellen ein und greift dort ihr Erbgut (DNA) an.
Meiden Sie starke Sonne und insbesondere die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
Achten Sie auf sonnengerechte Kleidung!
Nutzen Sie ausreichend viel Sonnenschutzmittel als Ergänzung (30-40 ml für die gesamte Haut = ein Golfball)!
REFERENZEN

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