
Verhältnisprävention: Wie sollte das Umfeld gestaltet sein?
Zuletzt aktualisiert: 08.04.2022 | Autor: Henriette Bunde
Manchmal reichen wissenschaftlich gut begründete Empfehlungen für gesundheitsbewusstes und risikoarmes Verhalten nicht aus. Die äußeren Umstände können einen Strich durch die Rechnung machen. Eine wichtige Regel zum Sonnenschutzverhalten besagt zum Beispiel: Die Mittagssonne ist zu meiden. Wer aber zur Mittagszeit im Freien arbeiten muss und keinen Schattenplatz zur Verfügung hat, kann dieser Empfehlung nur schwer nachkommen. Mit diesen von außen gegeben Verhältnismäßigkeiten beschäftigt sich die Verhältnisprävention.
Verhältnisprävention hat das Ziel äußere Rahmenbedingungen unseres Alltags für Risikovermeidung bzw. Gesunderhaltung zu verbessern. Sie kann sich auf verschiedene Räume und Gegebenheiten beziehen, in denen sich Menschen bewegen, begegnen und miteinander agieren. Das betrifft zum Beispiel den Arbeitsplatz, Kindertagesstätten und Schulen aber auch Sportplätze oder Parkanlagen. Solche Räume werden auch Settings oder Lebenswelten genannt. Maßnahmen der Verhältnisprävention wirkt dabei auf die Organisation und die Ausstattung und Gestaltung dieser Lebenswelten ein. Das gilt auch für das private, persönliche Umfeld.
Verhältnisprävention hat genaugenommen also eine indirekte Wirkung. Maßnahmen der Verhältnisprävention drehen an den Stellschrauben von Alltagssituationen, um präventives Verhalten zu erleichtern. Umgesetzt werden muss das Verhalten aber oft von den Menschen selbst. Mit der Frage, wie man Menschen dazu bringen kann, sich präventiv zu verhalten, beschäftigt sich die Verhaltensprävention.
In den Unterkapiteln 'Privates persönliches Umfeld' und 'Gestaltung der „Lebenswelten“' wird ausgeführt, wie Verhältnisprävention von Hautkrebs konkret aussehen kann.
Gesundheitsförderung und Prävention
Eng verwandt mit der Verhältnisprävention ist der Begriff der Gesundheitsförderung. Gesundheitsförderung und Prävention haben das gleiche Ziel. Jedoch beschäftigt sich Gesundheitsförderung nicht in erster Linie mit der Vermeidung von Risiken. Sie konzentriert sich eher auf die Verbesserung von Mitteln und Fähigkeiten zur Erhaltung von Gesundheit. Wenn durch die Änderung von Rahmenbedingungen eine bessere Ausgangssituation für präventives Verhalten entsteht, kann das gleichzeitig als gesundheitsförderlicher Effekt gesehen werden. Eine klare Trennung von Prävention und Gesundheitsförderung gibt es nicht.
Verhältnisprävention bezieht sich auf die äußeren Rahmenbedingungen, die im Alltag gegeben sind.
REFERENZEN
- [1] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs Konsultationsfassung, Langversion 1.1, 2014, AWMF Registernummer: 032/052OLLetzter Zugriff: 08.02.2021